Beim Mehrkampfmeeting in Bernhausen ging es am Wochenende um die deutschen Mehrkampf-Startplätze der besten Deutschen Nachwuchsmehrkämpfer für die U18-Europameisterschaft und die U20-Weltmeisterschaft.

Neele Schuten (TV Gladbeck) beendete am Sonntag den U20-Siebenkampf von Bernhausen als beste deutsche Athletin. Mit 5.314 Punkten fehlten ihr am Wochenende jedoch 86 Zähler zur Norm für die U20-WM in Tampere (Finnland; 10. bis 15. Juli). Zum Stolperstein wurde am Sonntag der magere Speerwurf (31,22 m), den die 18-Jährige schlussendlich auch mit glänzenden Zeiten über die Hürden (13,96 sec) und über 200 Meter (23,80 sec) nicht ganz kompensieren konnte. Ihre Stärken kommen nicht von ungefähr: 2016 war sie noch über 400 Meter Hürden Achte der bei der U18-EM geworden.
So bleibt Johanna Siebler (LC Überlingen) die einzige deutsche U20-Siebenkämpferin mit Norm für Tampere. Die Silbermedaillen-Gewinnerin der letztjährigen U18-WM kämpfte sich in Bernhausen an Tag zwei mit ihrem starken Speerwurf (43,29 m) von Rang sieben auf Rang drei nach vorne. Zwar blieb auch sie mit 5.237 Punkten unter der WM-Norm, sie hatte den Richtwert aber bereits vier Wochen zuvor in Halle/Saale mit 5.411 Punkten überboten. In Tampere dürfte es für sie ein Wiedersehen mit Mathilde Rey geben: Die Schweizerin holte sich am Wochenende mit 5.606 Punkten den Meeting-Sieg der U20.
In der weiblichen U18 wurde das Gesamtklassement in den abschließenden 800 Metern noch einmal gehörig durcheinander gewirbelt – was vor allem daran lag, dass die mit mehr als 200 Punkten führende Sharon Enow Abio (LAZ Ludwigsburg; 5.375 Pkt) in ihrer Zitter-Disziplin in 2:50,33 Minuten noch auf Rang vier rutschte. Bis ganz an die Spitze konnten sich mit starken Laufleistungen Lara Kohlenbach (Königsteiner LV; 5.455 Pkt) und Annkathrin Hoven (ART Düsseldorf; 5.438 Pkt) vorarbeiten.
Die Düsseldorferin hatte bereits im Weitsprung mit 5,96 Metern ein Ausrufezeichen gesetzt, nach nur 29,97 Metern mit dem Speer konnte sie über 800 Meter (2:17,95 min) wieder glänzen. Die Hessin, die zuvor schon in einem nationalen Siebenkampf, in dem die 100 statt der 200 Meter gelaufen werden, 5.512 Punkte gesammelt hatte, zeigte einen zweiten Tag ohne Aussetzer. Lara Kohlenbach darf als beste Deutsche gemeinsam mit Annkathrin Hoven zur U18-EM nach Györ (Ungarn; 5. bis 8. Juli) reisen, für die die Norm bei 5.300 Punkten liegt.
Insgesamt überboten am Wochenende gleich fünf U18-Athletinnen diesen Richtwert, neben den Genannten zählten auch Lara Siemer (Rukeli Trollmann e.V.; 5.392 Pkt) und Lucie Kienast (SV Halle; 5.323 Pkt) dazu. Die noch durchgereichte Sharon Enow Abio muss ihre U18-EM-Hoffnungen noch nicht ganz begraben: Im Hochsprung hat sie mit ihrer neuen Bestleistung von 1,77 Meter noch eine weitere Chance auf eines von zwei deutschen EM-Tickets.
In der männlichen U20 hatte Andreas Bechmann (LG Eintracht Frankfurt) in Lauerstellung auf Platz zwei hinter dem Athleten aus dem Kreis Esslingen Leo Neugebauer (LG Leinfelden-Echterdingen) den ersten Tag beendet. Am zweiten Tag drehte er noch einmal mächtig auf, eroberte mit 4,60 Metern im Stabhochsprung und 51,57 Metern im Speerwurf die Führung und gab sie auch über 1.500 Meter (4:38,30 min) nicht wieder ab. Mit neuer Bestleistung von 7.524 Punkten durfte er über die Norm (7.200 Pkt), den Platz an der Spitze der deutschen Bestenliste und über das Ticket für Tampere jubeln.
Für das zweite Ticket war Kampfgeist gefragt: Der U18-Europameister von 2016 Manuel Wagner (USC Mainz) wandelte über 1.500 Meter mit starken 4:19,50 Minuten noch einen Rückstand auf Leo Neugebauer in einen deutlichen Vorsprung um. Der Württemberg tat sich in 5:10,02 Minuten schwer und kam schließlich mit 7.262 Punkten nur auf Rang vier, auch Tom-Lucas Greiner (LAC Erfurt; 7.336 Pkt) schob sich noch am U18-Vize-Weltmeister vorbei. Mit Nils Wiesel (USC Mainz; 7.240 Pkt) und Maximilian Kluth (ART Düsseldorf; 7.239 Pkt) blieben zwei weitere U20-Athleten über dem WM-Richtwert.
Mit Jaron Boateng musste sich in der männlichen U18 ein weiterer Halbzeit-Führender am zweiten Tag aus den Top Zwei verabschieden: Teuer waren für den Düsseldorfer besonders 4,00 Meter im Stabhochsprung, er landete schließlich mit U18-EM-Norm von 7.153 Punkten auf dem in diesem Fall undankbaren dritten Platz. Seine 7,30 Meter im Weitsprung vom Vortag könnten ihm aber noch ein Einzel-Ticket nach Györ bescheren.
Nach jeweils 4,40 Metern im Stabhochsprung wurde der Kampf um den Sieg ein Duell zwischen Nathanael Weiß (LAZ Ludwigsburg), der in 14,19 Sekunden über die Hürden glänzend in den Tag gestartet war, und Marcel Mayer (Hannover 96), der sich mit 51,56 Metern im Speerwurf näher an neuen Führenden herankämpfte. Der junge Mann aus Niedersachsen hatte schließlich mit der schnellsten 1.500 Meter-Zeit des Spitzen-Trios (4:44,08 min) das letzte Wort und sicherte sich mit 7.244 Punkten knapp den Sieg vor seinem süddeutschen Konkurrenten (7.211 Pkt). Gemeinsam steht ihnen die Premiere im Nationaltrikot bevor.

Von den Startern der LG Filder platzierte sich bei der männlichen U20 Niklas Meier mit einem 12. Platz achtbar. Seine beste Leistungen sind die 15,67s im 110m Hürdenlauf sowie die 52,96 über 400m.

Cora Reitbauer holte sich in der nationalen Wertung U18 – hier werden 100m statt 200m absolviert – den 5. Platz, trotz der Rennaufgabe über 800m. Hervorragend ihre 15,74s über 100m Hürden. Gefolgt von Emily Krüger die 100m in guten 13,08s lief als Sechstplatzierte.

 Zur Schluss noch die Links auf die Ergebnisliste und die Bilder der LG Filder Athleten

 

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