Am letzten Wochenende fanden in Bietigheimdie baden-württembergischen Mehrkampfmeisterschaften statt. Nachdem Amelie Reichert und Rebecca Bunz noch keinen Mehrkampf in dieser außergewöhnlichen Saison bestritten haben, sollte es der krönende Abschluss werden. Tabea Eitel, die in den letzten Wochen „vollbeschäftigt“ war, erklärte sich bereit, für die Mannschaft nochmals die Spikes zu schnüren.

Leider waren aufgrund des späten Termins die Bedingungen nicht optimal. Ein Temperatursturz auf 8 Grad, Wind und Regen begleiteten die Sportler/innen am Samstag und ließen keine guten Zeiten beim Sprint und Hürdenlauf zu.

Am Samstagmorgen um 11.00 Uhr startete die weibliche Jugend U18 mit dem Hochsprung in den 7-Kampf. Von über 40 gemeldeten Athletinnen nahmen 30 den Wettkampf auf. Für Rebecca und Amelie begann der Wettbewerb recht vielversprechend. Die ersten drei Höhen bis 1,44 Meter bewältigten sie im ersten Versuch. Leider war bei 1,48 Meter dann Schluss. Tabea, die bei den Deutschen Meisterschaften in ihrer Klasse Fünfte im Hochsprung wurde, stieg erst bei 1,56 Meter in den Wettkampf ein. Bei den schwierigen Bedingungen machte es Tabea bei 1,60 und 1,64 Meter spannend und übersprang diese Höhen jeweils erst im dritten Versuch. Nachdem sie dann auch noch 1,68 Meter überquerte gewann sie diese Disziplin deutlich vor Hanna Render von der LG Gäu Athletics (1,60 m).

Weiter ging es um 12.45 Uhr mit dem 100 Meter-Hürdenlauf. In dieser Disziplin zählten die Köngenerinnen zu den schnellsten. Tabea auf Rang 3 (15,28 Sec.), Amelie als Fünfte (16,08 Sec.) und Rebecca auf dem 8. Platz (16,40 Sec.) sammelten wichtige Punkte.

Bereits 45 Minuten später stand das Kugelstoßen auf dem Zeitplan. Auch mit der 3 Kilogramm schweren Kugel konnten sich unsere Mädels gut behaupten. Tabea näherte sich mit 10,95 Meter wieder der 11-Metermarke an und war deutlich besser als bei den „Deutschen“. Amelie und Rebecca durften mit 9,58 bzw. 9,35 Meter zufrieden sein. 

Kurz vor 15.00 Uhr folgte mit dem 100 Meter-Lauf die letzte Disziplin des ersten Tages. Im Sprint konnten, aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse, keine Bestzeiten erwartet werden. Tabea mit 13,03 Sekunden, Amelie mit 13,77 Sekunden und Rebecca mit 14,12 Sekunden hielten sich wacker unter den besten Mehrkämpferinnen des Landes.

Am Ende des ersten Wettkampftages lag Tabea mit 2.991 Punkten und einem Vorsprung von über 100 Zählern auf Hanna Render auf dem 1. Platz. Dabei ist zu beachten, dass Tabea nur 43 Punkte zum Zwischenergebnis bei den Deutschen Meisterschaften fehlten. 

Auch Amelie (2.401 Pkt.) und Rebecca (2.293 Pkt.) konnten sich als Neunte und Elfte im Vorderfeld platzieren. Bei Amelie und Rebecca war es der erste Mehrkampf in diesem Jahr und somit hatten sie es doppelt schwer.

Dass sich der Einsatz bei äußerst ungünstigen Bedingungen lohnte, zeigte ein Blick auf den Zwischenstand in der Mannschaftswertung. Die LG Filder, in der Besetzung Tabea, Amelie und Rebecca erreichte nach Tag eins 7.685 Punkte und lag damit über 1.100 Zähler von der LG Gäu Athletics (6.551 Pkt.) und dem SSV Ulm (6.433 Pkt.). In der Einzel- und Mannschaftswertung jeweils auf Rang 1, das muss doch neue Kräfte für Tag zwei freisetzen. 

Am Sonntag hatte das Wetter ein Einsehen und die Athlet(inn)en fanden bessere Witterungsbedingungen vor. Bei der weiblichen Jugend U18 begann der zweite Tag um 11.00 Uhr mit dem Weitsprung. Bei ihren ersten und einzig gültigen Versuch überraschte Tabea die Mitfavoritinnen mit 5,53 Meter. Keine andere Springerin kam nur annähernd so weit. Die Aussicht auf einen Platz unter den Top-10 mobilisierte auch bei Amelie und Rebecca neue Kräfte. Mit 4,87 und 4,60 erzielten sie respektable Weiten, die ihre Plätze im vorderen Drittel festigten. 
In der vorletzten Disziplin, dem Speerwurf, konnte Tabea mit 31,02 Meter die 30-Metermarke knacken und ihren Vorsprung vor dem abschließenden 800 Meter-Lauf noch ausbauen. Für Amelie und Rebecca kamen 23,29 und 22,66 Meter in die Wertung. 

Jetzt lagen noch die entscheidenden zwei Runden vor den LG Filder Mädels. Sowohl Tabea im Einzel- , wie auch das LG Filder-Trio in der Mannschaftswertung hatten beste Titelchancen. Tabea lief ein überlegtes Rennen und sicherte sich mit 2:41,23 Minuten den Titel im Siebenkampf. Mit 4.755 Punkten lag sie fast 100 Zähler vor der Zweitplatzierten, Hanna Render von der LG Gäu Athletics. Amelie lief ein starkes Rennen (2:30,01 Min.) und konnte sich mit 3.968 Punkten einen nicht erwarteten 6. Rang sichern. Auch Rebecca verbesserte sich (2:42,22 Minuten) auf einen starken 9. Platz (3.633 Pkt.).

Als die Punktzahlen unserer Mehrkämpferinnen zusammenaddiert wurden, war der Jubel groß. Mit 12.356 Punkten und einem Vorsprung von über 1.600 Zählern sicherte sich das LG Filder Trio den Meistertitel vor der LG Gäu Athletics.

Was unsere Sportlerinnen an diesem Wochenende geleistet haben ist einfach super. Nicht nur in sieben Disziplinen musste man sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen, nein auch die widrigen Wetterbedingungen, vor allem am Samstag, verlangten von den Jugendlichen alles ab. Wenn man dann noch zwei Titel mitnimmt, hat man alles richtig gemacht. Wir gratulieren Tabea, Amelie und Rebecca, sowie Trainer Florian Bauder zu dieser außergewöhnlichen Leistung.


Zusätzliche Informationen