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Wie schon eine Woche zuvor in Wattenscheid ging auch bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Wattenscheid ein leistungsstarkes Team der LG Filder an den Start. In der W14 trat Amelie Reichert zum ersten Mal bei Deutschen Meisterschaften an. Über die 80 Meter Hürden startete sie mit neuer persönlicher Bestleistung von 12,58s gut in den Wettkampf, lies dann starke 1,49m im Hochsprung und im Kugelstoßen eine weitere Bestleistung (8,61m) folgen. Den ersten Tag schloss sie mit 13,47s über 100 Meter ab – genau der selben Leistung wie in ihrem bis dato besten Siebenkampf. Der zweite Tag begann dann mit dem ersten kleinen Dämpfer, denn im Weitsprung gingen nur 4,52m in die Wertung ein. Davon unbeirrt warf Amelie den Speer auf eine neue persönliche Bestweite von 27,18m und schloss den Siebenkampf mit einem starken 800 Meter Lauf ab. 2:36,95 bedeuteten die vierte Bestleistung in der siebten Disziplin. Damit stand am Ende auch eine neue Mehrkampf-Bestleistung von 3435 Punkten und Platz 19 in Deutschland auf dem Ergebnisbogen.

 

Die ein Jahr ältere Jule Stäbler zeigte ebenfalls zwei starke Tage. Sie kratzte mit 13,18s über die Hürden an ihrer Bestleistung und bot dann im Hochsprung gute 1,52m an. Im Kugelstoßen blieb sie mit 9,63m ebenfalls nur knapp hinter ihrer persönlichen Bestweite zurück. Den ersten Tag schloss sie dann mit 13,38s über 100 Meter ab. Zum Start des zweiten Tages machte sie weiter wie bisher – mit einer Leistung knapp unter Bestleistung nämlich. Im Weitsprung standen nach drei Sprüngen 5,13m im Ergebnisbogen. Auch die 34,52m im Speerwurf reihen sich nahtlos in die Reihe sehr guter Leistungen ein, die Jule an beiden Mehrkampftagen zeigte. Die wurden dann von einer Zeit von 2:40,17 über die 800 Meter komplettiert. Insgesamt standen damit 3584 Punkte zu Buche – auch wieder ganz knapp hinter ihrer persönlichen Bestleistung. Sie erreichte damit den 22. Platz.


Trotz des Gewinns des deutschen Vizemeistertitels über 100m in der Vorwoche, waren auch für Melanie Steibl die Mehrkampfmeisterschaften der absolute Saisonhöhepunkt. Entsprechend ambitioniert startete sie auch in den Wettkampf.
Im schnellsten Lauf gesetzt, fightete sie um jedes Hundertstel und wurde dafür mit der zweitschnellsten Zeit aller Teilnehmerinnen belohnt. Mit 11,53s könnte sie ihre kürzlich in Walldorf aufgestellte Bestleistung noch mal um 0,15s toppen :)
Im Anschluss ging es direkt zum Hochsprung, eine Disziplin, die sie in diesem Jahr aufgrund ihrer anhaltenden Fersenprellung kaum trainiert hat. Trotzdem strahlte sie bei fast jedem Versuch absolute Sicherheit aus und konnte ihre PB von 1,64m auch in Wesel erreichen.
Leichte Rückenschmerzen, die sich beim Hochsprung eingestellt hatten, verstärkten sich leider beim Kugelstoßen, so es Meli hier leider nicht möglich war ihre volle Leistungsfähigkeit abzurufen. Dazu startete sie auch noch mit einem ungültigen Versuch. Natürlich waren die erzielten 11,14m trotzdem ein unerwarteter Einschnitt, der sie in der Gesamtwertung etwas zurückwarf.
Vor dem 100m-Lauf, womit der erste Tag bei inzwischen sehr kühlen Temperaturen um 19:00 Uhr abgeschlossen wurde, ging es erst noch mal zum Physio, den Rücken zu behandeln. Frisch gerichtet ging sie nach den superschnellen 80mH auch die zweite Sprintdisziplin des Tages zuversichtlich an.
Auch hier wieder im schnellsten Lauf gesetzt, konnte Meli, während des Laufs doch schon deutlich gehandicapt, leider nicht an ihre gewohnten Zeiten heranlaufen.
Welches hohe Niveau Meli inzwischen hat, zeigt sich auch daran, dass sie mit ihrer langsamsten 100m-Zeit der gesamten Saison, noch immer fünftschnellstes Mädel unter den 43 Starterinnen der W15 war und sich damit zum Ende des ersten Tages immerhin auf Platz drei der Gesamtwertung wiederfand.
Niemand hätte es Meli verübelt, hätte sie nach diesem schmerzhaften ersten Tag den Wettkampf beendet. Sie wollte jedoch unbedingt versuchen weiter zu machen, auch um die Mädels in der Mannschaftswertung weiter im Rennen zu behalten.
So stand sie auch am Tag 2 pünktlich an der Weitsprunggrube. Wie schon häufiger in dieser Saison stimmte jedoch das Timing zum Balken wieder nicht so richtig. Ihre Sprint-/Sprungfähigkeit ist momentan phänomenal (abgesehen von den Rückenschmerzen), wenn sie mal den Balken treffen würde, könnte es sogar richtig abgehen. So musste sie unter den gegebenen Umständen mit den erreichten 5,43m einfach zufrieden sein.
Die letzten beiden Disziplinen waren eigentlich nur noch ein Quälen für die Mannschaft.
Im Speerwurf verzichtete sie auf jegliches Einwerfen und beendete nach 21,74m im ersten Durchgang (immerhin ca. 2m weiter als bei ihrem letzten MK in Leinfelden) den Wettkampf sofort wieder.
...und dann standen noch die beiden letzten Stadionrunden auf dem Programm.
...und irgendwann waren auch die vorbei.
...und der geschundene Leib hat sich Ruhe, Erholung und Urlaub mehr als verdient.
Aber davor ging‘s erst noch auf‘s Podest die Mannschaftsmedaille abzuholen.
Glückwunsch Mädels - Klasse Leistung :)))


Rechnet man die Ergebnisse von Amelie, Jule und Melli zusammen, erhält man eine Punktzahl von 10.769 – eine starke Mannschaftsleistung, mit der sie sich auch im deutschlandweiten Vergleich nicht verstecken müssen. Ganz im Gegenteil! Lediglich die Teams aus Magdeburg und Ulm erzielten noch bessere Leistungen, sodass die drei LGF-Mädels gemeinsam den Weg zur Siegerehrung und aufs Treppchen antreten konnten. Sie hatten sich Platz 3 in Deutschland erkämpft und durften nun die Bronze-Medaille in Empfang nehmen.
Mit einer Erkältung angereist trat Cora Reitbauer bei ihren ersten Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in der Altersklasse U18 an. Sie begann den Mehrkampf mit einer guten Hürdenzeit von 15,64s. Im Hochsprung ließ sie mit 1,51 eine solide Leistung folgen. Die 11,09m im Kugelstoßen konnten sie dann ebenso wenig zufriedenstellen, wie die abschließenden 13,59m über die 100 Meter, wo sich aber wohl auch die Erkältung durchaus bemerkbar machte. In den zweiten Tag startete sie dann mit zwei Versuchen unter 5 Metern in den Weitsprung, aber Cora blieb nervenstark und zeigte einen guten dritten Sprung, den sie nach 5,23m landete. Ihre beste Disziplin sollte aber noch folgen: Im Speerwurf zeigte Cora drei Würfe, die allesamt weiter flogen als bei ihrer alten persönlichen Bestleistung. Der weiteste von ihnen steckte ganze 35,10m weit von der Abwurflinie entfernt im Rasen. Nun folgten die 800 Meter, die Cora erkältungsbedingt nicht mit der letzten Konsequenz laufen konnte – durchziehen wollte sie ihre ersten Deutschen aber unbedingt. Und so kam sie nach 3:07,60 ins Ziel, womit eine Gesamtpunktzahl von 4157 und damit Platz 36 zu verzeichnen war.

Auch Ferdinand Eichholz hatte sich in der M15 einiges vorgenommen.
Dementsprechend begann er auch gleich den 100m-Lauf, wo er mit 12,15s bis auf 0,02s an seine Bestleistung heranlief.
Ähnlich furios ging es im Weitsprung weiter. Zielstrebig, kurz und trocken: Erster Sprung zum Antesten 5,91m; Zweiter Sprung 6,08m (zum zweiten Mal in dieser Saison über 6m) Sachen packen, Kräfte sparen!
Auch das Kugelstoßen nur knapp unter Bestleistung - 12,80m. Einfach Klasse.
Der erste Tag wurde mit dem Hochsprung beendet. Hier setzte Ferdi noch einen drauf. Mit 1,74m sprang er neue PB ...und so wie manche Sprünge aussahen, hätte es auch noch höher gehen können.
Damit hatte er nach dem ersten Tag 2353 Punkte, so viele wie noch nie im Vierkampf, und übernachtete damit auf einem sehr guten sechsten Platz.
Auch er war am nächsten Morgen bis weit nach Mittag im Stabhochsprung dabei. Ein gutes Zeichen, zumal Ferdinand auf der Anlage mit der höchsten Einstiegshöhe sprang.
Trotz kurzer Unsicherheit bei 3,40m, da die Anlaufmarke verschwunden war, sprang er dann wieder sicher weiter bis dann bei seiner PB von 3,70m Endstation war. So hatte er starke 3,60min der Wertung.
Auch im Hürdensprint ließ Ferdinand nichts anbrennen. Die gelaufenen 11,58s waren im richtigen Rahmen, so dass er keine nennenswerten Punkte verlor.
Beim Speerwurf, am Anfang der Saison noch Ferdinands Paradedisziplin, ist schon in den letzten Wettkämpfen das Wurfgefühl ein wenig verloren gegangen, wodurch die Disziplin sich etwas zum Unsicherheitsfaktor gewandelt hat.
Auch diesmal sah es leider nicht anders aus. Jedoch waren es gerade auch Ferdinands unmittelbare Konkurrenten, die im Speerwurf ebenfalls schwächelten, so dass er sich trotz nur 42,42m auf einmal auf dem dritten Platz der Gesamtwertung wiederfand.
Uups, und da kamen ja nur noch zwei Disziplinen. Jetzt nur nicht zu viel denken.
Weiter ging’s zum Diskuswurf.
Und gleich der erste Wurf saß, ... fast.
Weit über die 40m-Marke aber knapp außerhalb des Sektors. Schade :(
Der zweite Wurf zumindest mal gültig, leider verrissen, landete kurz hinter der 30m-Marke.
Dann müsste es der dritte Versuch noch mal bringen. Hoch konzentriert ging Ferdi in den Ring, versuchte dann aber schon mit dem Oberkörper alles aus dem Wurf rauszuholen. So landete der Diskus wieder dort, wo er er auch schon im zweiten Versuch aufgeschlagen war :(
Seine Mitstreiter hatten ihre Schwäche aus dem Speerwurf wieder ausgemerzt, so dass Fetdi vor dem abschließenden 1000m-Lauf auf Platz 7 war. Die Abstände auf die Medaillenplätze waren sehr groß, auf die anderen Athleten waren es ca. 10...20 Sekunden.
Und wer Ferdinand schon mal beim Neunkampf gesehen hat, der weiß, wer von Anfang an aufs Tempo drückt.
Ferdi sprach noch am Morgen beim Frühstück: „Ich weiß gar nicht, was die alle wegen der 1000m haben. Is doch nur rennen“.
Und so lief er dann auch. Aggresiv von der Spitze weg. Uhrzeit, Wind und Außentemperaturen hätten es angeraten sein lassen, sich im Läuferpulk zu verstecken. Ferdi aber wusste, da geht noch was - also lief er. Leider lief er komplett allein. Nach 2:56,73min war er im Ziel. Ausgepumpt aber wohl wissend alles mögliche getan zu haben.
An drei Athleten konnte er sich dadurch noch vorbei schieben.
Mit letztendlich 5218 Punkten verbesserte Ferdinand nochmals seine Neunkampfbestleistung und erreichte einen bravourösen vierten Platz. Herzlich Glückwunsch!!!

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In der männlichen U16 waren aufgrund des Ausfalls von Tizian nur zwei Athleten am Start. Pascal Schnepp als Vertreter der M14 ging das Abenteuer Deutsche Meisterschaften zum ersten Male an. Nach einem bärenstarken Qualiwettkampf in Leinfelden mit vielen neuen Bestleistungen, wollte er das dort erzielte Ergebnis natürlich nochmal toppen, am besten sogar deutlich.

Das hohe Niveau bei den deutschen Meisterschaften bekam Pascal jedoch sehr schnell und deutlich zu spüren. Er startete mit einem eigentlich guten 100m-Lauf von 13,02s.
Sein zweitbester Lauf, nur 0,09s über seiner Bestzeit und trotzdem hatte er damit schon die rote Laterne am Hals hängen.
Im Weitsprung hatte er nach zwei Versuchen nur 4,61m stehen, da er zwei mal weit vor dem Brett absprang. Im dritten Versuch musste er natürlich auf Risiko gehen. Leider wurde es diesmal nicht belohnt - knapp übertreten :(
So blieb‘s bei 4,61m ...und der roten Laterne ;)
Im anschließenden Kugelstoßen übertraf Pascal gleich zwei mal seine persönliche Bestleistung. 10,30m reichten zu Platz 16 im Kugelstoßen und brachten ihn auch in der Gesamtwertung erstmals einige Plätze nach vorn.
Das er diesen Trend beim Hochsprung nicht fortsetzen konnte, wurmte ihn über die Maßen. Leider musste er bei 1,53m die Segel streichen. Einmal in dieser Saison hatte er bereits eine höhere Höhe übersprungen.
Entsprechend Wut und Tatendrang nahm Passi deshalb auch mit in den zweiten Tag.
06:00 Uhr wurde geweckt, da bereits um 09:30 der Stabhochsprung begann. Für manche Athleten zog sich der Stabhochsprungwettbewerb über mehr als vier Stunden. Auch Passi war auf seiner Anlage (mit der Anfangshöhe von 2,20m) noch als vorletzter Springer dabei. Spätestens als es an die 2,90m ging, seine PB von den Süddeutschen aus Walldorf hellte sich seine Miene weiter auf. Als dann noch die 3 fiel war er vollends happy. Bei 3,10m war dann nicht nur Passi sondern auch der gewählte Stab am Ende - Klasse.
Nach dem langen Stabwettkampf war die Vorbereitung auf den Hürdensprint etwas ungenügend, was sich bei Passi noch immer sofort rächt. Mit ner 12-er Zeit als Ziel angetreten, muss man mit 13,29s auch nicht wirklich zufrieden sein. Aber man kann es nicht oft genug wiederholen. So nen zweitägiger Mehrkampf ist eben nicht nur die Addition der Bestleistungen. Dann wärs ja leicht.
Aufgrund der Zeitverzögerungen im Stab wurde der Diskuswurf hinter das Speerwerfen verschoben.
Passi hatte aufgrund anhaltender Ellbogenprobleme seit Juli weder im Training noch im Wettkampf Speer geworfen. So waren die erzielten 30,95m, noch immer aus einer Schonhaltung heraus geworfen, eine gute Leistung.
Diskuswurf - sicher die Disziplin auf die Passi neben dem Speerwurf am
meisten hingefiebert hat.
So ließ er sich auch nicht verunsichern, als ihm sein erster Wurf ins Netz ging. Mit 38,69m setzte er sich im zweiten Versuch an die Spitze der M14 in dieser Disziplin.
Im letzten Versuch wollte er noch einen drauflegten. Dieser landete dann auch jenseits der 40m-Marke, jedoch hatte er mit den Zehenspitzen leicht die Ringkante touchiert, ungültig. Trotzdem ein Klasse Ergebnis.
Ja und dann war der Neunkampf für Passi zu Ende. Na ja nich wirklich, aber irgendwie schon. Morgens 09:30 Uhr mit Stab beginnen und abends 19:00 Uhr die letzte Disziplin noch vor sich zu haben, das ging irgendwie nicht.
Passi bereitete sich normal auf den Lauf vor, lief nach eigenem Gefühl auch von Anfang an zügig mit und versuchte immer ordentlich Power zu machen.
Eigentlich ging aber gar nichts mehr. Passi war einfach nur vollkommen platt.
Und das war auch völlig o.k. so. Nach diesem zweiten Wettkampftag mit Höhen und Tiefen darf man auch platt sein. Da muss man nicht mal mehr über die 1000m-Zeit Worte verlieren ;)
Erste DM erfolgreich beendet. Am Ende wars dann Platz 23 und 4415 Punkte und viele wichtige Erfahrungen, die man sammeln konnte.


In der männlichen Jugend U20 haderte Niklas Meier zunächst ein wenig mit seiner Zeit über die 100 Meter, wo für ihn 11,88s gestoppt worden waren. Doch er ließ sich davon nicht lang irritieren und zeigte im folgenden Weitsprung gleich, wo die Reise eigentlich hingehen sollte. Mit 6,60m blieb er nur sieben Zentimeter hinter seiner Bestweite zurück. Das Kugelstoßen lief dann ebenso gut. Auch bei den hier erzielten 12,84 fehlte nicht viel zu einer neuen Bestleistung. Nun ging es zum Hochsprung, wo Niklas mit 1,83m eine weitere zufriedenstellende Leistung zeigte. Den ersten Tag schloss er dann mit einer Zeit von 52,98 über die 400 Meter ab – auch hier war er nur knapp langsamer als beim besten Lauf seines bisherigen Lebens.
Schneller als je zuvor startete Niklas dann in den zweiten Tag. Einen besseren Start als die 15,33s über die 110 Meter Hürden hätte er sich wohl kaum erträumen können. Es folgten solide 35,40m im Diskus und eine eingestellte persönliche Bestleistung von 4,30m im Stabhochsprung. Den Speer warf er dann 48,54m weit, womit er seine Bestweite erneut nur knapp verpasste. Im abschließenden 1500 Meter Lauf kam Niklas nach 5:06,34 ins Ziel. Damit stand für ihn mit 6562 Punkten eine neue Mehrkampfbestleistung auf dem Ergebnisbogen. Die Punktzahl reichte im Vergleich mit den besten Deutschen Mehrkämpfern zu Platz 6, was – vor allem angesichts dessen, dass Niklas dem jüngeren Jahrgang der U20 angehört – sehr stark einzuschätzen ist.

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