Bei den württembergische Schüler-Einzelmeisterschaften am Sa, 03.02.2018 überzeugten unsere Athleten mit etlichen Bestleistungen und Medaillenplätzen.

Aufgrund der kurzfristigen Erkrankung von Ferdinand Eichholz waren Tizian und Pascal Schnepp die einzigen beiden männlichen Starter der LG Filder.

Tizian hatte ein straffes Anfangsprogramm, da gleich die ersten Disziplinen ihm gehören sollten. Im anfänglichen Kugelstoßen holte er sich, wie erwartet die Motivation für den Tag. Immerhin konnte er diesmal vier von sechs Stößen halten, das sah im Glaspalast mit acht ungültigen von zwölf Stößen noch ganz anders aus. Das jeder seiner gültigen Stöße für den Sieg gereicht hätte, war nicht ganz unerwartet. Optimaler Auftakt für Tizian und die LG Filder: Erste Disziplin des Tages – erster Einzelsieg. Die Weite von 15,30m und der Vorsprung von mehr als 2,5m auf den Zweitplatzierten sprechen für sich. Diesen Flow konnte er auch in den Hürdensprint mitnehmen: Die drittbeste Vorlaufzeit in 8,82s, aus dem vollen (Wurf-)Training heraus – ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Pascal Schnepp, ebenfalls im Hürdensprint am Start, kam nicht aus dem Wurftraining, braucht aber für die „neuen“ 84cm hohen Hürden noch etwas Zeit. Im Vergleich zu den flacheren U14-Hürden ließ er vor allem die Aggresivität noch vermissen. Aber das hat auch noch Zeit bis zum Sommer. Beide starteten gleich durch zum Stabhochsprung. Für Pascal ebenfalls eine Disziplin zum Reinschnuppern für die Mehrkämpfe im Sommer. Mit 2,40m konnte er aber immerhin seine Bestleistung steigern und weiter Erfahrungen sammeln.

Tizian wollte natürlich nicht nur Erfahrungen sammeln, auch das Dabei sein sollte nicht Alles sein ;)

Die guten Eindrücke der letzten Trainingseinheiten konnte er bestens umsetzen. Bis zur Höhe von 3,20m marschierte er souverän, ohne Fehlversuch durch - bei 3,30m stieg dann der letzte Mitbewerber aus. Letztlich sicherte er sich seinen zweiten Meistertitel mit neuer Bestleistung von 3,50m! Fetter Glückwunsch zu den beiden Titeln!!!

Der Endlauf über die Hürden versackte etwas zwischen den Sprüngen. Dass die Konzentration weiterhin beim Stabhoch und nicht bei den Hürden war, ließ sich nicht ganz vermeiden und war dem Lauf von Anfang bis Ende anzusehen. Grottiger Start und im ganzen Lauf keinen Rhythmus gefunden. Platz 4 mit 9,14s waren zu verschmerzen und letztlich vielleicht sogar das „richtige Rezept“, den Fokus vom Stabhoch nicht gänzlich zu verlieren.

 tizian20180203

Pascal war es, der den Tag für die LG Filder beschloss. Der Weitsprung der M14 bildete den Schlusspunkt des Zeitplans. …und das war für Pascal auch gut so, konnte er einerseits mit Platz 6 und neuer Bestleistung von 5,20m Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben tanken.

Die Jungs begannen und beschlossen den Tag und bildeten damit den Rahmen für viele gute Auftritte unserer Mädels. Los ging es allerdings erst mal mit einem klassischen Fehlstart ;)

Tabea Eitel sollte noch einen langen Tag vor sich haben und beschloss deshalb spontan im Vorlauf über die 60m Hürden schon etwas früher loszueilen (bzw. zu zucken). Nicht immer wird man bei den 14-jährigen Mädels für solch ein Zucken gleich disqualifiziert, aber so sind nun mal die Regeln. Tabea hatte damit ad hoc zwei Sprints weniger und konnte so mit ihren Kräften für das „Restprogramm“ viel besser haushalten ;)

Jule Stäbler ging es im Hürdensprint der W15 ganz ähnlich, jedoch startete sie noch aus dem Block, bevor sie vor der ersten Hürde merkte, dass das Timing überhaupt nicht passt.

@Jule: Nimm’s nicht tragisch, Du bist nicht die Erste, die spontan vor der ersten Hürde stehen geblieben ist. Lieber jetzt, als in 14 Tagen beim Mehrkampf.

Melanie startete im gleichen Lauf wie Jule. Aufgrund der Wettkämpfe in Ulm und Sifi, sowie eines intensiven Hürdentrainings hat sie schon deutlich mehr Automatismen entwickelt. Die Folge, Vorlaufschnellste in persönlicher Bestleistung von 8,94s.

Jessica Rebmann und Kira Stanietz waren im Kugelstoßen am Start. Momentan kann Jessica noch nicht wieder ganz die Weiten vom Sommer vergangenen Jahres abrufen. Letztlich hatte sie eine Bestweite von 9,29m in der Ergebnisliste stehen. Auch Kira kam anfangs schwer in den Wettkampf, schaffte aber mit dem dritten Versuch die entscheidende Steigerung auf 9,01m in den Bereich ihrer Bestleistung, um im Finale dabei zu sein. In den folgenden Versuchen platzte dann der Knoten und sie konnte nachweisen, dass sich das wöchentliche Training in der Molly auszahlt. Mit den 9,74m die für sie als Siebente in der Ergebnisliste stehen, hatte sie ihre Bestleistung mal eben um 72cm getoppt J

Im Weitsprung der W14 zeigte sich nicht unerwartet, welch hohe Qualität die Spitze der weiblichen und auch männlichen WLV-Athleten, speziell des 2004-er Jahrgangs, hat. Mehrere Sprünge über die 5m-Marke und gesprungene 5,15m aus dem letzten Versuch reichten für Tabea (nur) zu Platz 5. Die Siegesweite von Laura Müller mit 5,79m ist da (noch) ein Stück weg.

In der W15 waren mit Jessica, Jule und Melanie gleich drei unserer Athletinnen am Start. Speziell Jessica fehlen jetzt im Winter doch etwas die Trainingsmöglichkeiten für den Weitsprung, so dass sie nach dem Vorkampf die Segel streichen musste. Jule begann mit 4,93m und 4,95m als Achte des Vorkampfs. Auch im Endkampf bestätigte sie diesen Platz noch mal mit 4,97m im letzten Versuch. Das waren stabile und sichere Sprünge, bei denen die Ausreißer nach oben sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Melanie hatte bisher schon (oder eher erst) einmal die 5m-Marke übersprungen - 5,09m stehen seit dem März vergangenen Jahres. Aufgrund ihrer Kraft- und Schnelligkeitswerte eigentlich eine ziemlich inakzeptable Weite. Auch die Trainingseindrücke ließen auf ein höheres Leistungsvermögen schließen, wenn es gelänge Schnelligkeit und Absprungtiming besser abzustimmen. Melanie machte es sich im Wettkampf selbst leicht, da sie gleich mit ihrem ersten Sprung alle Bedenken beiseite wischen konnte. 5,44m zum Auftakt - welch grandioser Einstieg. Bei allen ihren fünf Sprüngen landete sie deutlich jenseits ihrer alten Bestmarke. Ihr bester Sprung war der fünfte, bei dem sie sich auf ganz starke 5,68m katapultierte. Vier ihrer Sprünge hätten letztlich zum Sieg gereicht. ...und wäre es nur einer gewesen, der zum Sieg reicht, wäre es auch i.O., da im Vorfeld gerade im Weitsprung nicht unbedingt mit dem Landesmeistertitel gerechnet werden konnte.

Den dritten Sprung musste sie auslassen, um "geschwind das Hürdenfinale mitzunehmen". Wie bei Tizian gesehen, nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für den Endlauf bei einer Landesmeisterschaft in einer anspruchsvollen Disziplin, wie dem Hürdensprint. Nach dem Startschuss hakte es dann auch erst ein wenig, bis Melanie ihren Rhythmus fand. So wurde aus dem Sololauf ein spannender Zweikampf, da sich Kaya Jauch bis zur letzten Hürde nicht so ganz abschütteln ließ und ihre persönliche Bestleistung mal schnell um über vier Zehntel verbesserte. Dank ihrer starken kämpferischen Leistung lief Melanie trotz der schwächeren Anfangsphase noch mal bis auf eine hundertstel Sekunde an ihre persönliche Bestleistung aus dem Vorlauf heran und konnte das Rennen noch sicher in 8,95s für sich entscheiden.

Melanie - Glückwunsch an dich zu zwei Titeln innerhalb weniger Minuten!!!

Die 60m Vorläufe nahmen drei unserer vier Staffelteilnehmerinnen vom letzten Wochenende in Angriff. Lediglich Melanie verzichtete nach den beiden Erfolgen im Hürdensprint und Weitsprung, guten Gewissens auf einen weiteren Start, um den Körper zu schonen. Jule konnte mit 8,71s ihre Bestleistung sogar um eine hundertstel Sekunde verbessern. Jessica schrammte mit 8,45s denkbar knapp am Endlauf vorbei und zeigte, dass sie nicht umsonst festes Mitglied der Sprintstaffel ist. Tabea qualifizierte sich als Zweitplatzierte ihres Laufs mit der drittschnellsten Zeit sicher für’s Finale.

Dann stand für Tabea aber erst mal der Hochsprung auf dem Plan. Nach den überzeugenden Schersprüngen des letzten Sommers erarbeitet sie sich unter Anleitung von Pascal Stück für Stück die Floptechnik. Inzwischen hat sie auch hier ein Niveau erreicht, wo die Frage nach der erfolgreicheren Technik nicht mehr steht. Bis 1,51m mit einer makellosen Bilanz, fightete sie danach gemeinsam mit Laura Müller um jeden übersprungenen Zentimeter. Laura hatte aus dem Sommer 1,60m stehen, bei Tabea waren es zwei Zentimeter weniger. 1,60m sollte diesmal sogar für beide die Marke sein, die sie jeweils im dritten Versuch meisterten. Auch die folgenden Sprünge über 1,63m sahen teilweise vielversprechend aus, waren aber diesmal für beide noch zu hoch. Aufgrund der höheren Anzahl der Fehlversuche musste Tabea zwar mit Platz 2 vorlieb nehmen, nichtsdestotrotz aber eine grandiose Leistung.

Vom Hochsprung aus gingen beide gleich weiter zum 60m Endlauf. Clara wartete quasi schon in den Blöcken um gemeinsam mit den beiden den internen Dreikampf der zukünftigen Sprint-WG in Angriff zu nehmen.

Laura zeigte ihre Klasse und setzte sich in der grandiosen Zeit von 7,80s souverän durch. Clara und Tabea schafften es mit 7,95s bzw 8,07s als Zweite und Dritte ebenfalls auf’s Podium, so dass die WG-Pläne im Anschluss beim Burger-King gemeinsam vertieft werden konnten. O.k. – das Thema sportgerechte Ernährung sollte man vielleicht doch noch mal etwas besser beleuchten. Soviel ich weiß hat Johannes Vetter von seinem italienischen Kumpel für den Deutschen Rekord von 94,77m 94 Pizzagutscheine bekommen …und bisher genau einen Gutschein verbraucht, da die Pizzen nicht so ganz in seinen Ernährungsplan passen.

Aber was ist schon Ernährung, wenn es um Zukunftspläne geht ;)

Glückwunsch an alle zu den erbrachten Leistungen!

Für die Athleten, bei denen es nicht wie gewünscht lief, gilt einfach: Kopf hoch und lernen. Jeder nächste Wettkampf ist ein neuer Wettkampf und da kann es schon wieder ganz anders aussehen. Wettkämpfe sind eben auch keine Selbstläufer, siehe M14 wo sich der haushohe Favorit Leon Groh aus Tübingen mal eben sowohl über die Hürden als auch im Weitsprung geschlagen geben musste.

In dem Sinne: Viel Erfolg für alle bei den Mehrkampfmeisterschaften in 14 Tagen an gleicher Stelle!

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